Mythen überwinden und Aufklärung in Schulen in Kenia

Familienplanung und Aufklärung zu weiblicher Genitalverstümmelung

Die momen­ta­ne Situa­ti­on in Kenia ist bedrü­ckend. Die Bevöl­ke­rung hat sich seit der Unab­hän­gig­keit ver­drei­facht. Kin­der­rei­che Fami­li­en, Poly­ga­mie, schlech­te Qua­li­tät der Schul­bil­dung, feh­len­de Jobs, knap­pe Res­sour­cen, wenig Frau­en­rech­te sind an der Tages­ord­nung“ schreibt unser ehe­ma­li­ger Pro­jekt­part­ner Make me Smi­le Kenya, der unse­re gemein­sam aus­ge­bil­de­ten 114 Rain Worker 2017 über­nom­men hat und eigen­stän­dig wei­ter­führt. Das ist der Grund, war­um wir in Kenia mit gleich meh­re­ren Pro­jek­ten aktiv sind.

Insgesamt haben wir in Kenia seit 2008 334 Personen ausgebidet: teils als echte Rain Worker, teils für Zusatzqualifikation in ihren Brufen!

2008 haben wir mit unse­ren Aus­bil­dun­gen in Kenia begon­nen und seit­dem mit einer Viel­zahl an loka­len und inter­na­tio­na­len Pro­jekt­part­nern zusam­men­ge­ar­bei­tet:

CAFGEM Mak­ki­non gemein­sam mit Tabu e.V. Dort­mund: 3 Akti­on Regen Info­ta­ge mit 25 com­mu­ni­ty social workers

Ger­man Doctor´s Nai­ro­bi: Aus­bil­dung von 27 Rain Workern

Aus­tri­an Doctor´s Kajia­do: Aus­bil­dung von 10 Rain Workern

SOS-Vil­la­ges: Aus­bil­dung von 25 Rain Workern und 35 SOS-Müt­tern

SOS-TTI Tech­ni­cal Trai­ning Insti­tu­te Nai­ro­bi: Aus­bil­dung von 4 Leh­re­rIn­nen und 22 Schü­le­rin­nen

PANAIROBI Mat­ha­re Nai­ro­bi: Aus­bil­dung von 7 Rain Workern (Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen im Slum)

Make a Chan­ge: Aus­bil­dung von 3 Rain Workern (Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen im Slum)

DESECE Bungo­ma: Aus­bil­dung von 40 Rain Workern

Parish DolD­ol Nukuyu­ni: Aus­bil­dung von 14 Rain Workern

MIGORI Women and Widow Group: Aus­bil­dung von 8 Rain Workern

MIGORI/MABERA com­mu­ni­ty: 2020 wer­den 20 neue Rain Worker aus­ge­bil­det

we are now assis­ting com­mu­nities to try fami­ly plan­ning as an opti­on to sol­ve their pro­blems in life

Gemeinsam Mythen überwinden

Unser Pro­jekt­part­ner DESECE ist seit 1993 in West­ke­nia in Frie­dens­ar­beit, Men­schen­rech­ten, Bil­dung und Aus­bil­dung, Gen­der-Gleich­stel­lung, Gesund­heit, bio­lo­gi­scher Land­wirt­schaft, Umwelt und Öko­lo­gie aktiv .Unse­re gemein­sa­me Rain Worker Aus­bil­dun­gen, die wir seit 2015 ver­fol­gen, haben dazu geführt, dass DESECE ein fixes Kern­team an 38 Rain Workers hat, die sich ab die­sem Jahr den Schwer­punkt gesetzt haben, inten­siv über FGM, weib­li­che Geni­tal­ver­stüm­me­lung auf­zu­klä­ren. Zudem wer­den 2019 10 neue Rain Worker aus­ge­bil­det.
Wir haben das Ziel noch mehr Schu­len zu errei­chen,“ schreibt die DESECE Koor­di­na­to­rin, „denn das Pro­blem des unge­schütz­ten Ver­kehrs unter Schü­le­rIn­nen ist in unse­rer Regi­on sehr hoch. Wir müs­sen aber auch unse­re Arbeit in den Com­mu­nities inten­si­vie­ren, denn vie­le Men­schen glau­ben an alte Mythen und haben fal­sche Vor­stel­lun­gen von Fami­li­en­pla­nungs­me­tho­den. Vor allem das Kon­dom wird immer noch mit Pro­sti­tu­ti­on in Ver­bin­dung gebracht. Ande­re glau­ben, dass wenn Frau­en Ver­hü­tungs­mit­tel näh­men, sie schwach und krank wer­den wür­den.“
Die Reich­wei­te unse­rer Rain Worker ist enorm: im Jahr 2018 haben sie über 1.200 Ses­si­ons durch­ge­führt und mit Fami­li­en­pla­nung, repro­duk­ti­ver Gesund­heit und HIV/Aids Prä­ven­ti­on mehr als 26.000 Per­so­nen in Dör­fern, Kir­chen, diver­sen Com­mu­ni­ty Grup­pen und Fami­li­en erreicht. Zusätz­lich gin­gen die Rain Worker in Schu­len und erreich­ten knapp 6.000 Schü­le­rIn­nen und 700 Stu­den­tIn­nen.

Wissen macht Schule!

In den Elends­vier­teln Nai­ro­bis, im Slum von Mat­ha­re,  wer­den vie­le jun­ge Frau­en vor dem 18. Lebens­jahr schwan­ger, weil sie nicht oder nur unzu­rei­chend auf­ge­klärt sind. Häu­fig bre­chen sie die Schwan­ger­schaft unter gefähr­li­chen Bedin­gun­gen ab  oder sie wer­den von der Schu­le ver­wie­sen und bli­cken einer Zukunft ohne Per­spek­ti­ven ent­ge­gen. Aus die­sem Grund koope­rier­ten en wir von 2014 bis 2019 mit PANAIROBI, und haben im Juni 2018 gemein­sam mit dem Ent­wick­lungs­hil­fe­klub und unse­ren Rain Worker das Pro­jekt „Wis­sen macht Schu­le“ durch­ge­führt, bei dem nicht nur Schü­le­rIn­nen Auf­klä­rungs­un­ter­richt bekom­men, son­dern auch ihre Lehr­kräf­te in Fami­li­en­pla­nung geschult wer­den.

Dabei wur­den 3.000 Schü­le­rIn­nen aus zehn Schu­len im Rah­men des Unter­richts alters­ge­recht auf­ge­klärt, und 20 Lehr­kräf­te in Fami­li­en­pla­nung, HIV-Prä­ven­ti­on und sexu­el­ler Gesund­heit geschult. Infor­mier­te Jugend­li­che kön­nen ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Ent­schei­dun­gen tref­fen und unge­woll­te Schwan­ger­schaf­ten sowie HIV-Infek­tio­nen ver­mei­den.

Wir haben eine gute Platt­form geschaf­fen, einen geschütz­ten Raum, in dem Rain Worker in einer freund­li­chen und offe­nen Wei­se die fal­schen Vor­stel­lun­gen von Fami­li­en­pla­nung auf­bre­chen kön­nen“ schreibt die Koor­di­na­to­rin von PANAIROBI  in ihrem Bericht. „Die Leh­re­rIn­nen und Schü­le­rIn­nen tei­len ihre Erfah­run­gen und kön­nen von best prac­ti­se Bei­spie­len ler­nen. Die Rain Worker geben auch prak­ti­sche Demons­tra­tio­nen, sie zei­gen zum Bei­spiel wie man ein Kon­dom rich­tig ver­wen­det.“

Eine Schule im Massai-Gebiet als Vorreiter

Die meis­ten Bewoh­ne­rIn­nen der Regi­on Kajia­do, an der Gren­ze zu Tan­sa­nia, gehö­ren zu den Mas­sai und leben als Halb­no­ma­dIn­nen von der Vieh­zucht. Seit 2018 koope­rie­ren wir mit den Aus­tri­an Doc­tors und haben gemein­sam begon­nen 12 zukünf­ti­ge Rain Workers der Grund­schu­le Eroret aus­zu­bil­den. Der Schul­lei­ter und sei­ne Frau, eine Leh­re­rin, fun­gie­ren als Super­vi­so­rIn­nen und unter­stüt­zen die Aus­zu­bil­den­den so gut es geht.
Kenia ist eines der Län­der, deren Rate an geni­tal ver­stüm­mel­ten Mäd­chen und Frau­en sehr hoch ist. Vor allem unter den Mas­sai ist FGM (Fema­le Geni­tal Muti­la­ti­on) weit ver­brei­tet. Unse­re Rain Worker wer­den daher die Bevöl­ke­rung auf die gesund­heit­li­chen Pro­ble­me und Fol­gen der Ver­stüm­me­lung auf­merk­sam machen und ver­su­chen zu einem Umden­ken zu bewe­gen.
Auch wenn die Zahl jener, die Infi­bu­la­ti­on — also die kom­plet­te Ent­fer­nung der Geni­ta­li­en mit anschlie­ßen­dem Zunä­hen auf ein steck­na­del­gro­ßes Loch — befür­wor­ten, rück­läu­fig ist, nimmt die Kli­to­ris­be­schnei­dung zu. Die­se oft als „mil­de“ Form inter­pre­tier­te Beschnei­dung ist aber kei­ne “huma­ne­re”, denn die Schmer­zen für die Mäd­chen und Frau­en sind unvor­stell­bar. Denn die Kli­to­ris ist nicht — wie viel­fach ange­nom­men – ein­fach eine Haut­fal­te, die ent­fernt wer­den muss, son­dern ein Organ! Das ist ein zen­tra­les Anlie­gen unse­rer Rain Worker!
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Gebur­ten­ra­te:
4.9 Kin­der pro Frau (zum Ver­gleich: in Öster­reich hat eine Frau 1.5 Kin­der)
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Ver­hei­ra­te­te Frau­en, die ver­hü­ten:
32% (72% in Öster­reich)
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Frau­en, die geni­tal ver­stüm­melt sind:
FGM wird tra­di­tio­nell von 38 der ins­ge­samt 43 eth­ni­schen Grup­pen prak­ti­ziert. Die höchs­te Beschnei­dungs­ra­te einer Eth­nie liegt bei 94%, die nied­rigs­te bei 0,2%. Ins­ge­samt: 21%
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Müt­ter­sterb­lich­keit:
1% (0,008% in Öster­reich)
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Kin­der
sterb­lich­keit:
7,9% (0,4% in Öster­reich)
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Analpha­be­tIn­nen­ra­te:
Män­ner 22% Frau­en 30% (unter 1% in Öster­reich bei bei­den Geschlech­tern)
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HIV/AIDS Rate bei Erwach­se­nen:
5,4%
This empower­ment has enab­led many peo­p­les to chan­ge their atti­tu­des towards the nega­ti­ve per­cep­ti­on to fami­ly plan­ning