Produkte: Geburtenkontrollkette

Die Geburtenkontrollkette – ein „begreifbarer“ Lehrbehelf

Die Kette besteht aus 30 tropfenförmigen Perlen (durchschnittliche Zykluslänge), wobei jeder Perle ein Tag im Monatszyklus der Frau entspricht. Ein beweglicher Gummiring wird täglich vom schmalen über das breite Ende des Tropfens gestülpt. Da dies nur in einer Richtung leicht möglich ist, wird ein Richtungswechsel ausgeschlossen. Die Farben der Perlen der Geburtenkontrollkette, wie ich sie 1989 in Äthiopien entwickelt habe, sind rot, gelb und blau.
Am Anfang steht eine rote Perle, die den ersten Tag der Menstruationsblutung symbolisiert. Danach kommen 9 gelbe Perlen, die - entsprechend ihrer Farbe (Gelb für Sonne, Dürre, Sand) - leicht verständlich die unfruchtbaren Tage anzeigen. Darauf folgen 8 blaue Perlen (Blau für Wasser), die, wie Regentropfen geformt, die fruchtbaren Tage symbolisieren. Die nachfolgenden 12 gelben Perlen zeigen wieder die unfruchtbaren Tage an, egal ob der Zyklus kürzer oder länger ist.

Die Länge des weiblichen Zyklus kann variieren und spielt bei der Verwendung der Kette keine Rolle, da die Frau während der letzten Tage vor der Menstruation immer unfruchtbar ist. Wichtig ist nur, dass immer am ersten Zyklustag der Gummiring über die erste rote Perle – die sogenannte Startperle - gezogen wird, die gleichsam als Symbol für die ersten Blutstropfen steht.

Ohne bewusstes, aktives Weiterziehen des Gummirings über die nächste Perle bleibt der Ring im Zwischenraum zwischen den Perlen hängen und fixiert so die derzeit bestehende Zyklussituation.
Wir empfehlen, dass die Frau den Gummiring immer zur gleichen Tageszeit, etwa nach dem Frühstück oder gemeinsam mit einer anderen ritualisierten Tätigkeit weiterschiebt damit dieser Vorgang zur Routine wird - genauso wie etwa das Einnehmen der Pille für Frauen in Industrieländern.


Zunächst trat bei der Erklärung der Geburtenkontrollkette häufig die Frage auf, ob nicht auch in einzelnen Fällen an den durch die gelbe Farbe gekennzeichneten unfruchtbaren Tagen eine Schwangerschaft auftreten kann. Aus diesem Grund habe ich die gelben Perlen der Übergangsphase von unfruchtbarer zu fruchtbarer Zeit durch unterschiedliche blaue Markierungen gekennzeichnet. Damit wird auch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft leicht erklärbar und verständlich. Durch rote Markierungen ist zudem die durchschnittliche Anzahl der Tage der Menstruation gekennzeichnet. Die Geburtenkontrollkette ist im Büro der Aktion Regen gegen eine Spende erhältlich.

 

 

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Farberklärung der Perlen:

Rot: Farberklärung der Perlen:
1. Tag der Regelblutung
Gelb mit rotem Punkt: unfruchtbare Tage - Menstruation
Gelb: unfruchtbare Tage
Gelb mit kleinem blauen Punkt: unfruchtbare Tage, Schwangerschaft in sehr seltenen Fällen möglich
Gelb mit größerem blauen Punkt: unfruchtbare Tage; Schwangerschaft in seltenen Fällen möglich
Halb gelb/halb blau: Halb gelb/halb blau: unfruchtbare Tage, Schwangerschaft möglich
Blau: fruchtbare Tage



Geburtenkontrollketten in anderen Ländern

Die Tonperlenkette aus Äthiopien

Die Tonperlenkette aus Äthiopien

Die erste Geburtenkontrollkette hat Frau Dr. Hengstberger 1989 in Äthiopien entwickelt. Sie wurde aus gebranntem Ton hergestellt und ist daher sehr preisgünstig.

Die brasilianische Leuchtperlenkette

Beim Nationaltreffen der „Pastoral des Kindes“ in Brasilien 1995 wird die Geburtenkontrollkette von dieser kirchlichen Hilfsorganisation hergestellt und verteilt. Auf die rote Startperle folgen braune Perlen, die die braune, unfruchtbare Erde symbolisieren, gefolgt von weißen Perlen, die nachts fluoreszieren und die Tage der Fruchtbarkeit anzeigen. Die weiße Farbe weist zudem auf den veränderten Zervixschleim hin (Billings-Methode).

Die brasilianische Leuchtperlenkette
Die Glasperlenkette aus Mexiko

Die Glasperlenkette aus Mexiko

Diese Kette wird von der staatlich geförderten Familienplanungsorganisation Mexfarm hergestellt und in Mexiko verteilt. Dr. Hengstberger hat diese Kette erstmals 1996 in Mexiko zur Aufklärung für Frauen in den Slums von Mexiko City eingesetzt.

Bei keiner anderen Kette sind die blauen Perlen, die Fruchtbarkeit symbolisieren sollen, so schön als Regentropfen zu erkennen. Ein Nachteil dieser Kette könnte sein, dass die Glasperlen leicht zerbrechlich sind.

Die „Babykette“ – eine Holzperlenkette aus Rumänien

Bei dieser bunten Holzkette sind die Perlen der fruchtbaren Tage nicht tropfenförmig: Als noch leichter verständliches Zeichen werden die fruchtbaren Tage in Form eines kleinen, hockenden Babys angezeigt. Frau Dr. Hengstberger hat diesen Aufklärungsbehelf 1992 für Mädchen in den Waisenhäusern Rumäniens entwickelt. Der Gummiring ist wieder nur in eine Richtung weiterzuschieben. In diesem Fall zuerst über das kleinere Ende der Perle, den Kopf, dann über den größeren Mittelteil, das Bäuchlein und schließlich über das größte Drittel der Perle, die angezogenen Beine. Der Vorteil dieser Kette: Sie ist sehr billig in der Herstellung und wird bereits maschinell gefertigt.

Die „Babykette“ – eine Holzperlenkette aus Rumänien
Preisgünstige Selbstproduktion in Togo

Preisgünstige Selbstproduktion in Togo

Die kostengünstigste Möglichkeit eine preisgünstige Kette herzustellen liegt darin, das Material direkt im Land zu kaufen. Denn nur, wenn der Preis, den die Frauen dafür zu bezahlen haben, so knapp wie möglich gehalten wird, besteht auch die Chance, dass sie sich die Kette kaufen. Die Perlen wurden am Grand Marché in der Hauptstadt Lomé erworben: Sie sind weiß und haben ein dickeres und dünneres Ende und sind somit perfekt für das Weiterschieben des Gummirings in nur eine Richtung geeignet. Sie wurden von den Frauen selbst blau und rot bemalt, um die fruchtbaren Tage und die Tage der Periode zu symbolisieren. Dafür eignete sich einfacher Lack, wie er auch zum Ausbessern von Autos verwendet wird. Es war allerdings schwierig einen passenden Gummiring zum Weiterschieben zu finden. Es wurden kleine Haargummis verwendet, wie sie normalerweise zum Verknoten von Rastazöpfe gebraucht werden. Da diese Haargummi jedoch zu groß für diese Perlen waren wurden sie noch in der Mitte verknotet.
Da alle Materialien direkt im Land besorgt werden konnten, kostete den Frauen eine Geburtenkontrollkette nur 90 Cents. Das Basteln der Kette erforderte zwar Zeit, aber in Togo ist Zeit keine Mangelware.

 

 


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